Briefe
Brief einer Teilnehmerin des Schiffprojekts:
Als ich am Montag in die Reduit kam, dachte ich, die Woche würde keinen
Spaß machen, aber das änderte sich schnell:
Es fing schon damit an, dass ich meine Freundin Larissa wiedersah, die ich
schon lange nicht mehr gesehen hatte. Noch schöner wurde es, als ich
zu Micky in die Gruppe kam. Jeder hatte sich einer Gruppe zugeordnet; also
ging das Programm endlich los. Die vielen Gruppen, die alle Namen von Planeten
trugen, hatten jeweils eine(n) Mitarbeiter(in) des Jugendzentrums und eine(n)
ausländische(n) Student(in) des Service Civil International (SCI). Jede
Gruppe hatte ihren eigenen "Wochenplan". Wir hatten (wie alle anderen
Gruppen auch): Schiffsbau, Museumsbesuche, Kanu fahren, Römerrallye,
Gladiatorenkämpfe und natürlich das Abschiedsfest. Alles machte
mir großen Spaß. Z.B. das Schiffsbauen, bei dem die ganze Crew
hämmerte, sägt, nagelte, Schilder anmalte oder an der Galionsfigur
arbeitete.
Alle Gruppenmitglieder waren nett und freundlich. (Übrigens: Ich war
in der "Saturn-Gruppe".)
Deswegen denke ich, dass es allen Kindern in der Reduit so sehr gefallen hat
wie mir, und dass bei dem nächsten Projekt (was sicherlich kommt) wieder
alle Kinder mitmachen wollen.
Nina
Ein weiterer Brief von der Saturn-Gruppe:
Das Römerschiff war fertig und wachte über die Reduit. Die Schule
hatte wieder begonnen. Auch ich war nach Norddeutschland, in die Stadt Bremen,
wo ich wohne, zurückgekehrt. Als ich meine Freundin Paula wiedertraf,
wollte sie unbedingt wissen, was ich alles während der Zeit in Mainz-Kastel
erlebt hatte.
Paula: Na, los, erzähl' schon. Wie war es?
ich: Klasse! Das Römerschiff ist tatsächlich fertig geworden. Alle
Kinder fanden schließlich Platz darauf. Es hat sogar ein richtiges Segel
und viele Fahnen und Schilde an den Seiten. Am Schluß wurde es auf den
Nahmen .......... ............ getauft. Nur in echt lossegeln tut es nicht.
Dafür fehlte leider die Zeit und das notwendige Material.
Paula: Macht doch nichts! Und das habt ihr alles während einer Woche
geschafft?
ich: Ja. Alle haben tüchtig mit angepackt. bevor mit dem großen
Schiff begonnen wurde, baute jede Gruppe ihr eigenes Römerschiff in klein.
Ich hatte, wie die meisten anderen auch, keine Ahnung davon, wie das selbst
entworfene Römerschiff aussehen sollte. Du kannst dir nicht vorstellen,
was auf dem Schiffsbauplatz neben der Reduit los war, nachdem es endlich losgegangen
war? Dort brummte der Bär: Es wurde gesägt, gehämmert; Holz
geschleppt und an der Gallionsfigur gearbeitet oder das Feuer und die Feuertonne
am Brennen gehalten.
Paula: Und zu welcher Gruppe gehörtst Du?
ich: Zum Saturn. Die Gruppen wurden nähmlich nach den Planeten unseres
Sonnensystems benannt. Später habe ich erfahren, daß auch ein römischer
Gott Saturn heißt. Der Saturn wurde früher von den Römern
verehrt, um die Saat vor Gefahren zu schützen.
Paula: Und hatte eure Gruppe ein besonderes Kennzeichen?
ich: Klar. Die Saturn-Gruppe besaß ein braunes Banner mit dem Zeichen
des Saturns darauf. Außerdem hatten wir einen eigenen Saturn-Anfeuerungsspruch.
Willst du ihn nachher 'mal hören?
Paule: Gerne. Aber vorher möchte ich noch wissen, wie war denn die Stimmung
unter den "Saturnis"?
ich: Es wurde zusammen getobt, gespielt und gelacht. Anderer Meinung zu sein
und miteinander zu steiten, das gab es auch.
Paula: Das kenne ich von zuhause, von meinen Geschwistern. Habt ihr eigentlich
die ganze Zeit nur am Schiff gearbeitet oder habt ihr auch noch andere Sachen
unternommen?
ich: Du stellst Fragen! Die Leute von der Reduit haben sich einige tolle Dinge
für uns einfallen lassen. Gemeinsam erkundeten wir die Mainzer Innenstadt,
waren Kanufahren und im Museum. Im großen Küchenzelt kamen schließlich
alle zum Essen und Verschnaufen zusammen. Ich könnte dir noch viel mehr
erzählen,aber ich muß dir jetzt das Saturn-Lied noch vorsingen.
Das Saturn-Lied:
Da hat das Hottepferd
sich einfach umgekehrt
und hat mit seinem Schwanz
die Fliege abgewehrt.
Die Fliege war nicht dumm.
Sie machte summ, summ, summ
und flog mit viel Gebrumm
um's Hottepferd herum.