Von der Baugruppe

Silvia berichtet von der Baugruppe:

In der Bauleitung-AG waren Josh, Peter, Stefan, Markus und ich. Von mir aus kann ich sagen, es war alles sehr spannend und interessant.

Bei unseren ersten Besprechungen ging es hauptsächlich darum, wie wir das Grundgerüst des Schiffes sicher und stabil gestalten können. Wie ihr ja wisst, haben wir uns im Schiffsinneren für die Palettenbauweise entschieden. Für die Sicherheit waren natürlich noch andere Dinge wichtig. So wurde z.B. für den Mast ein 70cm tiefes Loch gegraben. Die Mastabspannung konntet ihr ja selbst sehen. Die Außengestaltung des Schiffes wollten wir gar nicht fest planen, da wir euch Kindern die Möglichkeit geben wollten, eure eigenen Ideen zu verwirklichen.
Außerdem wussten wir in der ersten
Planungsphase noch nicht, welches Holz
wir zur Verfügung haben würden. Wir nahmen Kontakt mit der hier ansässigen Firma Knettenbrech auf und konnten uns dann auf deren Werkstoffhof bedienen. Ich muss sagen, dort hatte ich großen Spaß.
Auch die Arbeiter vom Werkstoffhof haben uns ganz schön geholfen. Nachdem sie wussten, was wir brauchten, rasten sie mit ihrem Gabelstaplern herum, machten uns vertecktes Holz zugänglich und fuhren uns auch manch großes Brett an unseren LKW oder luden es sogar auf. Auf diese Weise kamen wir zu den Fassdauben der alten Rotwienfässer, welche dann unser Heck verkleideten. Diese Fässer müssen schon ganz schön alt gewesen sein, richtig vollgesogen mit Rotwein. Wurde ein Loch in das Holz gebohrt, schlug uns ein sanfter Rotweinduft entgegen. Letztendlich haben wir es geschafft, außer den Sicherheitsverstebungen, nur altes Holz zu verarbeiten.
Besonders toll war, dass die Firma
Paletten-Hartmann die gebrauchten Paletten sogar an die Reduit lieferte.
Neben einem groben Schiffsplan zu entwerfen und das Material zu beschaffen, gab es noch andere Arbeiten, die wir vorbereiten oder planen mussten. So die ganze Gestaltung unseres "Bauplatzes": Welche Vorrichtung ist für das Hissen des Segels geeignet? Wie soll die Galionsfigur aussehen? Bei der Einteilung des Bauplatzes war es wichtig, wie die einzelnen "Bauzelte" aufgebaut werden, damit wir uns nicht immer im Weg stehen.
Oder, wo steht am sinnvollsten der Werkzeugwagen? Bei der Galionsfigur gab es gleich mehrere Probleme. Ein Problem habt ihr ja direkt mitbekommen: Es regnete und die Feuchtigkeit verhinderte das Trocknen unseres Pappmaché-Drachens. Aber wie immer, kam uns auch hier eine gute Idee. Wir organisierten Gipsbinden, welche ihr dann eifrig verarbeitet habt.
Natürlich hat die ganze Bauaktion mit euch
sehr viel Spaß gemacht. Das Ergebnis hat ganz klar gezeigt, dass ihr alle gute Handwerkerinnen und Handwerker seid. Was ich auch gut fand, dass euch das Wetter nicht abgeschreckt hat. Wir hatten soviel Spaß und die Launen des Wettergottes waren uns gerade mal egal.
Beeindruckt haben mich noch zwei andere Dinge.
Erstens fand ich es wirklich erstaunlich, wie wenig verletzte Kinder und Erwachsene es während der ganzen Bauaktion gab. Manchmal hat mich das schon gewundert bei den vielen Nägeln, die überall herumlagen und den großen Feuern, die ihr jeden Tag zum Brennen brachtet. Die größte Verletzung war der Nagel, welcher einem Kind im Fuß steckte, was diesem Kind, nach dem Besuch beim Arzt, aber nicht an der Weiterarbeit hinderte.
Das Zweite, was mich sehr erstaunte und mir gut gefallen hat, war: Es wurde in
euren Gruppen keinen Unterschied gemacht, ob ein Junge oder ein Mädchen den Hammer, die Säge oder die Bohrmaschine in der Hand hielt. Niemand hat gesagt, du oder du kannst das aber nicht. Und wer wirklich etwas nicht konnte oder wusste, dem oder der wurde gezeigt, wie das Ding funktioniert oder welcher Nagel für welches Holz geeignet ist.
Ich denke, so haben manche von uns noch Einiges dazugelernt.
Auf die Frage: "Was hat die am besten gefallen?", musste ich nicht lange nach einer Antwort suchen. Es war der Moment, als 87 Kinder mit 20 BetreuerInnen mit ihren Standarten auf dem Schiff standen und die Luke geschlossen wurde. Das war schon ein toller Anblick. Dass das Schiff euch alle aushielt, daran habe ich nie gezweifelt.
Abschließend möchte ich mich bei der Küchengruppe und den vielen Kindern, die beim Kochen geholfen haben, bedanken.

Das war wirklich lecker. Da haben die Pausen auch noch Spaß gemacht.