

Bevor die Europäer
die Lebenswelt der Indianer beeinflussten, lebten die Stämme
in Nordamerika vom "Supermarkt Natur". Was für das
tägliche Leben, die Ernährung und Unterkunft notwendig
war, musste selbst erjagt, gesammelt, bearbeitet und zubereitet
werden. Einen Großteil ihrer Zeit wendeten die Familien für
die Sicherung ihres Überlebens auf.
Dass es in der Zeit der Indianer keine Supermärkte oder Gemüseläden
gab, war für die teilnehmenden Kinder schwer vorstellbar. Während
des Kochens und in Gesprächen erfuhren die Kinder Wissenswertes
über die Ernährungsgewohnheiten der indianischen Nationen
und über die Lebensmittel, die erst durch die Entdeckung Amerikas
in die "Alte Welt" kamen: Kartoffeln, Tomaten, Kürbis,
Kakao und Mais.
Jeden Tag wurde eine kleine indianische Mahlzeit zubereitet, die
von allen Kindern probiert werden konnte. Popcorn in einem Kupferkessel
über offenem Feuer war natürlich der Renner. Da kein Deckel
da war, standen die Kinder um den Kessel herum und fingen die heißen
Popcorn mit den Händen auf. Was auf den Boden fiel, wurde aufgesammelt
und ohne Rücksicht auf den daran haftenden Sand gefuttert.
Aus Maisgrieß wird eine deftige Polenta mit Käse und
eine süße Polenta mit Zucker und Zimt gezaubert. Dass
der Zimt dafür ursprünglich aus dem Orient stammt, fanden
die Kinder nicht so schlimm, sie nahmen den Fehler als kleine Korrektur
in der Geschichte an.
Am Abend der Übernachtung wurde im Kupferkessel über offenem
Feuer ein Chili sin carne zubereitet. Aus Rücksicht auf die
islamischen Kinder wurde das Fleisch einfach weggelassen. Und es
schmeckte allen ausnehmend gut.
Am Abschlusstag gab es für alle, Eltern und Kinder ein Jambalaia,
ein Gericht aus dem Norden Amerikas, das in vielen verschiedenen
Variationen gekocht werden kann.
Das Rezept für das Jambalaia findet ihr auf der
letzten Seite. |
 

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Die indianischen Völker hatten ein reichhaltiges
Wissen über Nähr- und Heilkräuter und über die
Tiere, die in ihrer Umgebung lebten. Dieses Wissen wurde im Gegensatz
zur zivilisierten Welt als selbstverständlich erlebt und ist
ungefähr mit dem technischen Wissen der Menschen im 21. Jahrhundert
vergleichbar.
Kinder der Zivilisation haben dieses Naturwissen nicht mehr. Sie
brauchen dieses Wissen nicht mehr, um zu überleben.
Um so wichtiger ist es, ihnen einige Grundkenntnisse nahe zu bringen.
So erfuhren die Kinder, welche Pflanzen in ihrer nächsten Umgebung
wachsen, welche essbar und welche ungenießbar sind. Sie lernten
durch praktische Anwendung, wie über offenem Feuer gekocht
werden kann und wie Lebensmittel verarbeitet werden.
Auf den täglichen Wanderungen fanden wir verschiedene Kräuter
wie Sauerampfer und Brennnesseln. Leider war das Verzehren aufgrund
der Umweltbelastung auf den Wiesen rund um den Gräselberg nicht
möglich. Die Namen der Bäume hatten viele schon in der
Schule durchgenommen, jetzt konnte dieses Wissen eingesetzt und
überprüft werden. Der Transfer von theoretischem Wissen
zu praktischem Erkennen und Nutzen
fand auf diese Weise anschaulich statt. |
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